Hitzewelle und E-Auto: Muss ich mir Sorgen um die Batterie machen?

Die Sorge vor Reichweitenverlusten im Winter ist bekannt. Am anderen Ende der Temperaturskala – 40 Grad Celsius und mehr – sitzt sie bei vielen E-Auto-Fahrern ebenfalls. Die gute Nachricht von Webasto-Batteriespezialist Dr. Johannes Hattendorff dürfte die meisten beruhigen.

E-Fahrzeuge verfügen über ein Thermomanagement für das Batteriesystem, das mit zahlreichen Sensoren die aktuelle Temperatur erfasst. Es hält die Batterie permanent im optimalen Bereich zwischen 15 und 35 Grad Celsius. Im Winter wird geheizt, im Sommer gekühlt. Das kostet Leistung, schützt aber vor Schäden und verlangsamt die Alterung der Zellen. Kritisch wird es laut Hattendorff erst deutlich über 100 Grad – da liegt die Batterie im Stau trotz Außentemperatur von 40 Grad weit davon entfernt.

Interessant wird es beim Laden. Bei älteren Fahrzeugen kann die Hitze dazu führen, dass die Ladeleistung heruntergeregelt wird, wenn die Kühlung nicht ausreicht – auch an der heimischen Wallbox, wenn das geparkte Auto nicht aktiv gekühlt wird. Der Ladevorgang dauert dann länger, Schaden nimmt die Batterie aber nicht. Moderne Fahrzeuge haben auch bei hohen Außentemperaturen kaum Einschränkungen.

Bleibt die Frage, wie viel Reichweite die Klimaanlage kostet. Nach ADAC-Tests zieht sie bei 35 Grad Celsius bis zu 1,5 Kilowattstunden, wenn sie die Innentemperatur bei 20 Grad halten soll. Zum Vergleich: Ein sparsames E-Auto verbraucht auf 100 Kilometer rund 15 Kilowattstunden, auf der Autobahn etwas mehr. Wer vier Stunden im Stau steht, verliert durch die arbeitende Klimaanlage also Strom für lediglich etwa 40 Kilometer. Wer mit 15 bis 20 Prozent Restladung an die Ladesäule fährt, ist davon weit entfernt, liegenzubleiben.

Für Haushalte, die ein E-Auto als Zweitwagen oder Firmenwagen in Betracht ziehen, ist die Kernbotschaft simpel: Die Batterie ist nicht das empfindliche Element. Die Thermomanagement-Systeme der Hersteller haben den Temperatur-Corridor im Griff. Wichtiger für die eigene Planung ist ohnehin die Ladeinfrastruktur – und hier sind die Unterschiede zwischen den Fahrzeugen deutlich größer als bei der Hitzefestigkeit der Zellen.

(Bildrechte: Konstantin – stock.adobe.com / Webasto Roof and Components SE)