Gas bleibt zentraler Energieträger und bereitet Weg für klimaneutrale Zukunft

Der Gasverbrauch in Deutschland ist im Jahr 2025 wieder gestiegen und macht nun 26,9 Prozent des Primärenergieverbrauchs aus. Nach den deutlichen Rückgängen der Krisenjahre legte der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um rund drei Prozent zu. Besonders deutlich fiel der Zuwachs im Gewerbe, in der Wärmeversorgung sowie in der Stromerzeugung aus. Diese Entwicklung zeigt, dass Unternehmen und Verbraucher nach dem extremen Preisniveau der Jahre 2022 und 2023 wieder verstärkt auf Erdgas setzen.

Für private Haushalte bleibt Erdgas der dominierende Energieträger im Wärmemarkt. Rund 56,2 Prozent der Wohnungen in Deutschland werden mit Erdgas beheizt. Die langfristige Entwicklung zeigt klare Verschiebungen: Der Marktanteil von Heizöl ist seit dem Jahr 2000 von 23,3 Prozent auf 17,3 Prozent zurückgegangen, während Wärmepumpen im Gebäudebestand bislang auf einen Anteil von 4,3 Prozent kommen. Der Brennstoffwechsel von Heizöl zu Gas hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudesektor beigetragen.

Der Heizungstausch ist zuletzt deutlich eingebrochen. Im Jahr 2025 wurden nur noch rund 627.000 Heizgeräte verkauft – ein Rückgang von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Experten warnen vor weiteren Verzögerungen bei der Modernisierung des Gebäudebestands und fordern einen stärker CO2-orientierten, technologieoffenen Ordnungsrahmen.

Auch für die Stromversorgung spielt Gas eine wichtige Rolle. In Phasen geringer Wind- und Solarstromerzeugung trägt Gas den größten Teil der gesicherten Leistung. Erdgasbasierte Kraftwerke sind kurzfristig verfügbar, flexibel regelbar und verursachen mit rund 392 g CO2 pro kWh deutlich geringere Emissionen als Steinkohle- oder Braunkohlekraftwerke.

Die Gasspeicher sind nach dem kalten Winter mit rund 27,9 Prozent gefüllt – damit liegen sie deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, aber die Füllstandsvorgabe von 30 Prozent zum 1. Februar wurde erreicht. Für die laufende Heizperiode sind die Gasmengen damit absehbar gesichert.

Für die Zukunft bereitet die Gasinfrastruktur den Weg für klimaneutrale Energieträger. Mit rund 525 Kilometern realisierter Wasserstoffleitungen, überwiegend durch die Umstellung bestehender Erdgasleitungen, ist der Start des Wasserstoff-Kernnetzes gelungen. Auch Biomethan gewinnt an Bedeutung – im Jahr 2025 wurden rund 11,5 TWh Biomethan in das deutsche Gasnetz eingespeist, vor allem für den Wärmemarkt, zunehmend aber auch für Industrie, Stromerzeugung und Verkehr.

Die Entwicklung zeigt, dass Gas nicht nur heute für die Versorgungssicherheit wichtig ist, sondern auch morgen als Träger klimaneutraler Moleküle eine zentrale Rolle spielen wird. Für Haushalte bedeutet dies, dass bestehende Gasinfrastrukturen langfristig für erneuerbare Gase nutzbar bleiben und Investitionen in Gasheizungen auch in Zukunft sinnvoll sein können, wenn sie auf die Nutzung von Wasserstoff oder Biomethan vorbereitet sind.

(Bildrechte: DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V. / Fotograf: Swen Gottschall)